Erste Ausflüge: Batumi und Kazbegi

Batumi, 24.09.-26.09.2010:

Gleich nach der ersten Woche in Georgien hatten wir uns entschlossen, einen ersten Ausflug ans Schwarze Meer zu machen -solange das Wetter noch mitmachte. So wollten wir Freitagabends (24.09.2010) mit der Marschrutka nach Batumi fahren. Das hört sich allerdings einfacher an als es tatsächlich ist! Denn in Tbilissi gibt es nicht wie in Deutschland eine Bahn- bzw. Marschrutka-Seite, auf welcher steht, wann, von von aus und wohin ein Transportmittel fährt. Im Gegenteil: Völlig planlos sind wir von einer Station zur nächsten getigert, haben uns auf Biegen und Brechen versucht mit den Menschen zu kommunizieren und uns erklären zu lassen, wie wir am besten nach Batumi gelangen… Am Ende (nach circa anderthalb, gefühlten drei Stunden) hatten wir eine Marschrutka gefunden. Für 20 Lari pro Nase ging es eine halbe Stunde später los.

Zwar war nun die Fahrt gebongt. Doch wo sollten wir pennen, wenn  wir ankommen? Kein Plan von nichts fingen wir verzweifelt an, Unterkünfte in Batumi spät abends anzurufen. Leider ist es in Georgien sehr typisch, dass mitten im Gespräch aufgelegt wird. Das machte die Suche natürlich nicht einfacher! Nach unendlich vielen fehlgeschlagenen Telefonaten hatte ein Guest House Erbarmen mit uns und erklärte sich bereit, uns auch noch nachts um 3 Uhr bei sich aufzunehmen. Dies war jedoch zu Fahrtbeginn noch ein weit entferntes Ziel…

Eine Marschrutka-Fahrt ist durchaus ein kleines, großes Abenteuer! Man wird bei der Fahrt von oben bis unten durchgeschüttelt. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es nicht. Da heißt es: Ab durch die Mitte! Über jeden Stock und Stein wird mit 100 km/h geheizt, in der Kurve wird nicht abgebremst und egal, wie steil der Berg ist, es wird nicht vom Gaspedal gegangen! Ich hab keine Ahnung, wie es geschafft habe, bei einer solch turbulenten Fahrt trotzdem zu pennen… Hier und da mal wach hab ich nur den ein oder anderen Schock bekommen: Die Kinder neben uns haben sich hier und da übergeben, der Fahrer hat hier und da laut System of a Down aufgedreht (und das obwohl auch ein paar georgische Muddis on Bord waren…) und zwischendurch wurde mal ein Tier überfahren und kurz an den Straßenrand gelegt. Letztendlich kamen wir nach 6-stündiger Fahrt völlig zerstört an und mussten nun das Hostel suchen.

Das war auch gar nicht so einfach. Der Taxifahrer hatte keinen Dunst, wohin wir müssen und ist kreuz und quer am Hafen entlang gefahren. Mitten in der Pampa hielt er an und sagt wir sind da. Natürlich haben wir das nicht geglaubt. Wir standen in Mitten irgendwelcher Schiffe direkt am Strand. Das konnte wohl kaum richtig sein… Aber nein! Der Fahrer hatte Recht. Unser Hostel war tatsächlich ein Schiff! Das hätte ich nie erwartet. Aber ich muss sagen: Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal eine Kajüte auf dem Schiff zu nehmen. Das war echt klasse! Auch gegen die 10 Millionen Mücken, die auf uns warteten, gab es ein Hausmittelchen, das sie super schnell verscheuchte. So konnte wir um 4 Uhr nachts angekommen die Nacht noch gemütlich ausklingen lassen und georgische Cola trinken…

Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht auf unserer Seite. Mal wieder hatte wetter.de Sonnenschein und 20°C angekündigt, was natürlich mal wieder völliger Unsinn war. Stattdessen begrüßte uns ein dicht bewölkter Himmel, der uns frieren ließ. Nichtsdestotrotz wollten wir zum Strand. Mal wieder null Ahnung im Gepäck sind wir einfach mal losgelaufen. Leider in die völlig falsche Richtung! Nach einem einstündigen Spaziergang am Industriehafen entlang, entschieden wir uns ein Taxi zu nehmen, der uns doch bitte an den Strand bringen soll. Natürlich stellte sich heraus, dass wir komplett in die entgegengesetzte Richtung hätten laufen müssen… (Das war ja klar!)

Ins Wasser konnte man leider nicht gehen. Dazu war es etwas zu fresh! Aber dennoch haben wir es uns am Strand gemütlich gemacht. Leider hat uns unsere männliche Begleitung für ein Fußballspiel verlassen, was noch den gesamten Verlauf des weiteren Abends mitbestimmen sollte. Ist ja auch kein Wunder: Zwei blonde Mädels sitzen am Strand in Georgien. Die bleiben nicht lange alleine! Und so kam es, dass wir zwei Männer kennengelernt haben, deren Restaurant der schöne Wasserturm (siehe Bilder) ist. Dort wurden wir dann zu jeglichen Köstlichkeiten eingeladen: Gutes Essen, leckere Getränke und unendlich viele Trinksprüche (so wie es in Georgien eben so üblich ist).  Da wir zu allem herzlich eingeladen waren, war es auch kein Wunder, dass die Feier bis zum nächsten Morgen ging.

Etwas zerstört ging es noch einmal an den Strand. Diesmal bei versprochenen 30°C Sonnenschein. Jetzt konnten wir auch endlich mal baden gehen! Leider jedoch viel zu kurz, da meine Wegbegleiter nicht zu spät zurück nach Tbilissi fahren wollten. So mussten wir noch einmal eine turbulente Marschrutkafahrt mitmachen, bei welcher ich wirklich fast aus dem Sitz gefallen wäre!

 

Kazbegi, 02.10.2010:

Während wir noch eine Woche zuvor in den Westen des Landes gefahren sind, sind wir am 02.10.2010 Richtung russische Grenze im Norden gefahren. Mit 17 Personen in der Marschrutka ging der Tagesausflug in Richtung Berge los. Eigentlich lässt sich zu dem Ausflug nicht viel sagen, außer dass ich von der Landschaft wirklich überwältigt bin und dort auf alle Fälle noch einmal hinfahren werde! Auf der Fahrt mitten durch den großen Kaukasus haben wir ein Naturschauspiel nach dem anderen entdeckt: Neben der Festung Ananuri haben wir das Aragwi-Tal begutachtet, wonach wir auf circa 2200 Meter Höhe weitergefahren sind und von einem Mosaik-Aussichtspunkt in der Nähe von Gudauri einen unglaublich beeindruckenden Ausblick in das Tal und auf die Berge genießen konnten. Nach Durchqueren des Kreuzpasses auf 2395 Meter Höhe ging es wieder bergab in Richtung Mineralquelle (siehe Foto mit dem corallfarbenen Hügel). Hier habe ich mir natürlich erst einmal Flaschen mit reinem Bergwasser aufgefüllt, in der Hoffnung, dass mich das Wunderwasser gesund hält 😉 Nachdem ich mich beim Abfüllen des Wassers von oben bis unten nass gemacht habe und entsprechend gefroren habe, sind wir ziemlich zügig in Kazbegi angelangt und konnten einen wundervollen Ausblick auf die Zminda Sameba (Dreifaltigkeitskirche in 2170 Meter Höhe) genießen. Währenddessen haben wir ein großes Gruppenpicknick gemacht, in welchem typische georgische Köstlichkeiten aufgetischt und mit georgischer Cola begossen wurde.

Zu diesem Ausflug kann ich nur sagen: Man verliert sich in der traumhaften Landschaft der Berge und kann die erhaltenen Eindrücke weder in Worte fassen noch mit der Kamera festhalten. Ein Ausflug dorthin empfehle ich jedem weiter! (Auch wenn es zwischenzeitlich in der Höhe doch sehr frisch war…)

Nach dem schmackhaften Frühstück machten wir noch einen kurzen Abstecher an der russischen Grenze. Leider durften wir die Grenze nicht überschreiten. Dies war nur Personen mit russischer Staatsbürgerschaft erlaubt. Weder Georgier noch Deutsche noch sonstige andere Staatsangehörigen dürfen die dortige Grenze passieren. Eine wirklich interessante Erfahrung. So trägt man doch als Deutscher den Glauben in sich, dass man in jedes Land ohne Probleme gelangt. Dem ist anscheinend nicht so (was ich persönlich gar nicht schlecht finde). Bilder von der Grenze durfte man keine machen  -sonst hätte es natürlich Ärger gegeben.

Wie die Rückfahrt verlaufen ist, werde ich an dieser Stelle auslassen. Ich kann nur so viel verraten: Sie war sehr, sehr amüsant und hat dein weiteren Abendlauf noch mitbestimmt 😉

 

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Frankreich
    Okt 29, 2010 @ 13:50:56

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    Antwort

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