Abenteuer Türkei Teil II

Istanbul 12.01.-19.02.2011

Drei Wochen, drei Länder. Hui, ui, ui, das kann schon ganz schön anstrengend sein! Vor allem das Eingewöhnen an die eine und dann wieder das Umgewöhnen an die andere Kultur. Wenn man dann auch noch vom einen Land nach Hause kommt, um ins nächste zu reisen und in den 36 Stunden Aufenthalt mit Fieber im Bett liegt, ist das nicht der beste Start, um ins dritte Land zu reisen. Aber da kennt Sabrina nichts und steigt mit einer etwas stärkeren selfmade Medikamenten-Mischung (die georgischen Apothekis machen’s ja möglich…) in den Flieger ein und gibt ihr bestes auch die nächste Stadt zu genießen. Und daran führt schließlich kein Weg vorbei, da ich mich doch schon so lange auf das schöne, spannende und entdeckungsreiche Istanbuli gefreut habe!

Was es zu berichten gibt? Eine Menge. Zum Beispiel von einem super zentralen Hostel in der Nähe der blauen Moschee, welches von mehr als lustigen Kerlchen versucht wird zu führen (àdas versteckte, gemütliche „Topdeck“-Hostel). Leider muss man sich im dortigen Aufenthalt des Öfteren mit der Kurden-Problematik auseinandersetzen, da diese dort aufgrund der kurdischen Herkunft der Hostel-Führer sehr präsent ist. Auch führt kein Weg daran vorbei, genüsslich Shisha zu rauchen und dabei Schach oder Backgammon zu spielen. Dann war da noch die Feierei und das Kennenlernen netter neuer Menschen, die einem jede Menge Tipps geben konnten, das Angeschrieben und Vollgetextet werden von fremden Couchsurf-Menschen, die alle ein Interesse haben, dir die Stadt ohne bestimmte Absichten „näherzubringen“. Das Feststellen, wie unglaublich teuer das Nachtleben in Istanbuli und wie zwingend erforderlich das Kennen derjenigen Menschen ist, die hier leben und sich mit den günstigen Weggehmöglichkeiten auskennen. Soviel zum Kurzeinstieg in das Istanbuli-Abenteuer…

Wo lässt sich am besten anfangen? Vielleicht bei den Sehenswürdigkeiten, von welchen wir leider nicht allzu viel gesehen haben. Da war besonders häufig das Spazierengehen durch den Stadtteil Sultanahmet, in welchem unser Hostel war. Dort folgte u.a. das Bewundern der Blauen Moschee, der Hagia Sophia, das Besichtigen der Zisterne und das Genießen des 300 Jahre alten Hamamis „Cağaloğlu“ an einem regnerischen Tag. Was natürlich mehrmals und das dann auch in größerer Länge bewundert wurde, waren natürlich die bekannten türkischen Basare. Dazu zählen insbesondere der „Grand Bazaar“ und der „Ägyptische (Gewürz-)Basar“. Dabei lässt sich erwähnen, dass es wirklich kein Zuckerschlecken ist, sich auf den Basaren frei fortzubewegen. Ständig wird man von den Verkäufern angesprochen und versucht mit den schlechtesten Maschen angelockt zu werden. So wurde mir circa 20x die Liebe gestanden, gefühlten 30 Verkäufern hab ich das Herz gebrochen, weil ich ihr Angebot und/ oder ihre Liebe nicht erwidert habe, von weiteren gefühlten 30 Verkäufern wurde mir gesagt, wie hübsch ich doch bin, einer wollte gerne einen Kuss, um zu wissen, wie sich ein Lippenpiercing anfühlt und wieder ein anderer wollte mich belehren, wie schlecht mein Piercing für meine Zähne (er sagte dazu „teatch“…) sei. Also man kann durchaus etwas erleben. Im Übrigen sehe ich auch nicht aus wie eine Deutsche, sondern mittlerweile wie eine Spanierin. Das wurde mir nämlich mehr als nur einmal gesagt. Zwischendurch war ich aber auch mal Australierin und Französin. Mir scheint es, als sei ich äußerst wandelbar. Eine andere interessante Begegnung war ein türkischer Lederjackenverkäufer, welcher einige Zeit in Bayern gelebt hatte und uns auf Bayrisch zugetextet hatte. Das Resultat war, dass wir keine 30 Min später in seinem Lederjackenstudio standen, Kaffee tranken, uns Bob Marley reinzogen und er mir die Maße für das neue Lederjackenmodell „Sabrina“ genommen hat. Und das als Vegetarier… ich sollte mich wirklich schämen! Dafür kenne ich nun jedoch meine Maße und habe festgestellt, dass Sport wirklich überbewertet wird. Die Maße sind top und das auch ohne Sport. Weiter so! 😉 Doch man muss nicht immer ein solches Glück haben. Man kann auch ganz anderen „Schleppern“ begegnen, die einem das Blaue vom Himmel erzählen, dich zu ihrer Familie einladen oder sonstiges. Also kleiner Tipp am Rande: Bloß nicht alles glauben, was sie dir verzapfen! Sonst steht man nämlich ganz schnell nicht mehr im Wasserpfeifen-Geschäft, um ein wenig Tabak einzukaufen, sondern im Teppich-Laden des Onkels 5. Grades mit einem 1000 Lira-Wandteppich in der Hand…

Dass man von den Leuten vollgequatscht wird, passiert jedoch in jedem touristischen Viertel in Istanbul. Dann heißt es auf einmal, dass man dies und das umsonst bekommt, wenn man hier und jetzt in diesem bestimmten einen Restaurant essen geht. Also entweder man macht sich einen Spaß aus dem Angequatschtwerden oder man versucht es weitestgehend auszublenden. Ich habe beides im Wechsel gemacht und bin damit ganz gut gefahren 😉 Wenn man an den gleichen Personen mehrmals vorbeiläuft und sie einen wiedererkennen, dann nimmt auch die Aufdringlichkeit mit der Zeit ab.

Doch neben Basari-Erlebnissen haben wir auch noch anderes Sightseeing gemacht. So ging es beispielsweise auf den Galata-Turm, um eine traumhafte Aussicht auf das schöne Istanbuli zu genießen. Worauf natürlich in keinster Weise verzichtet werden durfte, ist eine Bootstour über den Bosporus. Die Schifffahrt zwischen den Kontinenten war wirklich lohnenswert, allein schon um einen Eindruck über die gewaltige Dimension der Stadt zu erhalten. So war es auch unerlässlich, sich den asiatischen Teil der Stadt anzuschauen. Mit der Fähre und ohne jeglichen Plan ging es nach Kadiköy und Üsküdar, wo wir unseren guten dekadenten Marco-Polo-Reiseführer verloren, orientierungslos in der Gegend herumliefen, von einem türkischen Verkäufer ohne jegliche Bestellung einfach Essen in die Hand gedrückt bekamen und dafür auch noch zahlen mussten. Nach circa zweistündiger Busrundfahrt irgendwo im Nirgendwo kamen wir (man kann es kaum glauben) tatsächlich an einer Fährenstelle an, von welcher wir aus wieder zurück in den uns besser bekannten europäischen Teil gelangten. Glück muss man manchmal haben!

Das hab ich aber leider nicht immer… So ist zum Beispiel meine Digicam bereits am zweiten Tag ‘putt gegangen. An dieser Stelle bitte eine Schweigeminute für meine ach so geliebte Canon, die mich die vergangenen drei Jahre treu begleitet und mich nie im Stich gelassen hat. Nun hat sie ihren Dienst erwiesen und wird in nächster Zukunft von mir und meiner dilettantischen Knipserei verschont. Also auch „Congratulations“ an dieser Stelle. 😉 [In diesem Sinne erweist es sich als sinnvoll zu erwähnen, dass es des Längeren dauern wird bis Istanbul-Bilder hochgeladen werden. Diese muss ich mir nämlich erst von meinen Mitreisenden zusammensuchen und dann zusammenfügen. Das wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber ich werde mein bestes geben!]

Neben dem asiatischen Teil gab es auf der europäischen Seite natürlich auch einiges zu bewundern. So zum Beispiel die Altstadt mit schönen Moscheen und der Universität, welche mir wieder sehr viel Lust aufs Studi-Leben gemacht hat. Und abends wurde dann (wie soll es auch anders sein) Taksim unsicher gemacht. Das war leider ein ziemlich teurer Spaß. Zumindest solange bis wir günstigere Weggehmöglichkeiten entdeckt haben. Das Party-Leben ist Istanbuli war wirklich ein Genuss, da es ein solches in Tbilissi nicht wirklich gibt. Dennoch reichen die uns bekannten Feiermöglichkeiten auch dort nicht an das Partyniveau Berlins ran. Dort schließen nämlich nicht alle Ausgehplätze um 4 Uhr morgens in einer Samstagnacht… Besonders amüsant war auch die Begegnung mit einem supercoolen, natürlich megabekannten Star-DJ aus Berlin, dem Herrn Stephan Crabs, welcher uns zu seinem Auftritt mit zwei Freieintrittskarten einlud. Dort in einem wirklich noblen Partyclub angetroffen, war dann aber leider nur tote Hose mit drei tanzenden Menschen los. Das bleibt dann mal so dahingestellt…

Was es sonst noch so anzumerken gibt: Istanbuli ist ebenfalls wie Baku eine wahre Katzenstadt. Wo das Auge hinreicht befinden sich Katzen in unendlicher Menge und Vielfalt. Was es in Deutschland niemals geben würde, sind restauranteigene Katzen. Daran muss man sich schon gewöhnen, wenn am Tisch nebenan eine Katze schnurrt oder nach dem soeben servierten Essen wittert. Aber einem Tierliebhaber wie mir macht das sowieso nichts aus. Besonders schön fand ich jedoch die Erfahrung der freilebenden Hunde in Istanbuli, die so zutraulich und liebesbedürftig sind, dass sie einen nachts gerne nach Hause begleiten und einen vor der ganzen bösen Welt beschützen versuchen. Wahrlich der beste Freund des Menschen ist und bleibt der Hund!

Ansonsten lässt sich einem jedem empfehlen, welcher in naher Zukunft nach Istanbuli reisen möchte, sich erstens genügend Geld einzuplanen, sich zur Not einen Kleinkredit aufzunehmen, wenn Feierei ansteht, sich zweitens vorher zu erkundigen, wo es sich günstig und gut weggehen lässt und sich drittens einen extra Koffer einpacken, da die Klamotten dort unendlich günstig sind. Das hat dennoch zu meinem finanziellen Ruin geführt, dafür hab ich jetzt aber wunderschöne neue Klamotten in meinem Schrank, mal wieder grandiosen Stadt-Erinnerungs-Schmuck sowie ein schönes neues Piercing. 😉 Das hat sich ja mal alles mehr als gelohnt!

Leider, leider ist die Reiserei für die nächste Zeit nun wieder beschränkt. So geht morgen wieder die Arbeit los. Und da auf meinem Konto nun auch Ebbe herrscht, wird in nächster Zeit wohl wieder das günstige Georgien erkundet. Das ist ja auch mehr als lohnenswert J

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. bwyh
    Jan 22, 2011 @ 21:13:48

    Happy B-Day Sabse!!
    hoff du hattest nen schönen Tag, feier noch schön heut abend!

    gruß,
    Norbi

    Antwort

  2. Pharmf663
    Feb 12, 2011 @ 14:14:24

    Hello! kdkdkee interesting kdkdkee site!

    Antwort

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