Gori und Upliszikhe

27. März 2011

Wenn Besuch da ist, dann sollte man diesem auch neben der georgischen Hauptstadt etwas vom Land zeigen. Und am besten ist es, wenn man dann noch an einen Ort fährt, an welchem man selbst noch nicht war. Noch besser wird es, wenn man einen Tagesausflug machen kann und sich damit die stressige Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit erspart. Und wo kann man dann am besten von Tbilisi aus hinfahren? Genau. Nach Gori und von dort in die Höhlenstadt Upliszikhe.

Kurze Infos zu den zwei Ortschaften: Gori ist die Geburtsstadt Stalins, weshalb noch bis vergangenen April eine 16m hohe Stalinfigur dort stand. In Gori selbst gibt es das Stalinmuseum, in welches das Geburtshaus desselbigen integriert ist. Einen schönen Blick über die Stadt auf das Museum sowie auf den von dort aus zum pompösen Rathaus führenden Park erhält man von Gorizikhe aus, einer Festung auf einem Hügel. Nahe an Gori gelegen befindet sich Upliszikhe, die älteste Höhlen- und Festungsstadt Georgiens. Aufgrund eines starken Erdbebens vor einigen Jahren wurde ein großer Teil dieser Stadt zerstört. Dennoch sind die Spuren der ehemaligen Gebäude und Räume vorhanden: Es gab ein Amphitheater, eine Bäckerei, eine Apotheke, kleine und große Weinaufbewahrungsräume sowie ein Gefängnis. Leider gab es auch heidnische Opferstellen, an welchen nicht nur Tiere, sondern auch kleine Kinder geopfert wurden.

Selbst erkannt hätte man diese Räume nur schwer. Deshalb wird einem Touristi nach Ankunft direkt eine Führung angeboten. Diese war sehr interessant, da sie aus einer Deutsch-Englisch-Georgischen Mischung bestand. Begleitet wurden wir von einem dort ansässigen Hund, der vergebens auf Leckerlis gewartet hat. Sobald dieser eine neue Chance gewittert hat, endete die tierische Begleitung und der Hund versuchte sein Glück erneut bei einer anderen Gruppe. Zwar war der Freund auf vier Pfoten umsonst, der fröhliche Wegweiser und Informant aber nicht. Und weil man Deutscher ist, sagt er selbst, kann man ihm ruhig 20 Lari geben. Na ja, gut, dann ist man halt nicht so und gibt ihm eben das Geld, auch wenn die Begründung sehr fragwürdig ist. Nach einem Picknick in der Höhlenstadt, dem Genuss des unglaublich schönen Ausblicks und einem längeren Spaziergang ging der Weg für uns zurück nach Gori, um auch diese Stadt noch ein wenig zu erkunden. Die Sonne schien, es war superwarm, Vögel waren auch schon wieder unterwegs. Was will man also mehr? Gemütlich an den Stalindenkmälern entlang, die Festung hoch, den Ausblick genießen, den Minibasari begutachten und wieder zurück nach Tbilisi. Aber wie? Eine Marschrutka war weit und breit nicht in Sicht. Deshalb mussten wir auf einen original 70erJahre Bus ausweichen. Man glaubt es kaum, aber es gab tatsächlich Sitzplätze. Da unsere schon besetzt waren und ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass sich Georgier an ihre Plätze halten (taten sie ja offensichtlich auch nicht), setzten wir uns woanders hin. Aber da lagen wir wohl falsch. Erst wurde mein Bruder gebeten sich woanders hinzusetzen und dann noch die Mama. Zuguterletzt auch ich, jedoch von einem jungen Georgier, der noch Anstand besaß, mich sitzen ließ und er selbst stand. Sehr freundlich! Die Fahrt selbst war trotz Sonnenschein nicht wirklich genießbar: Das Fenster des Nachbarn vor mir war weit offen, es zog ohne Ende, ich fror, der klapprige alte Russenbus für mit Tempo 30 und hielt alle 50 Meter an. Das dauerte vielleicht lange! 

Allen in allem jedoch ein sehr schöner Tagesausflugi mit dem ersten Sonnenbrand im Gesicht. Jetzt kann der heiße georgische Sommer kommen 😉

 

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