Sommer, zota Sonne, Regen, Regen – Ureki und Batumi

09. – 12. Juni 2011

Am Wochenende ging es spontan nach Westgeorgien ans Schwarze Meer –ganz in der Hoffnung, dass wir endlich Sonne und Sommergefühl bekommen. Denn anders als gedacht, ist es gar nicht so sommerlich und heiß in Georgien. Zwar leitet sich der Name „Tbilisi“ aus dem georgischen „tbilsi“ – warm ab, jedoch ist dem momentan gar nicht so. Hier und da lässt sich die Sonne blicken, aber insgesamt haben wir windiges und regnerisches Wetter. Selbst die Georgier meinen, dass sie einen solch kühlen und schlechten Sommer noch nie hatten. Super, dass sie diesen genau dann haben, wenn wir hier unseren Freiwilligendienst machen… 😦 Dafür wurde uns empfohlen jetzt ans Schwarze Meer zu fahren, um dort endlich etwas sommerliche Atmosphäre zu verspüren.

So ging es Donnerstagabend mit einer „Party“-Marschrutka los nach Ureki. Ohne irgendwelche vorherigen Informationen über Hotels oder Guest Houses haben uns die netten Marschrutkaherren direkt in ein Motel für die erste Nacht eingelagert. Am nächsten Tag ging es dann zu einem neuen und auch nicht ganz fertigem Hotel direkt am Meer. Kaum angekommen haben wir es uns direkt am Strand gemütlich gemacht. Dieser ist ganz besonders: Auf der einen Seite, weil er total zugemüllt ist, und auf der anderen Seite, weil es schwarzer, magnetischer Sandstrand ist. Dieser soll heilende Wirkung haben, weshalb Ureki vor allem als Kurort für Touristen attraktiv ist. Man weiß zwar nicht ganz genau, welche Wirkung der Sand auf das menschliche Gemüt hat, aber wenn man Kreislauf- oder Magen-Darm-Probleme hat, dann soll man hierher kommen. Gemerkt habe ich eine heilende Wirkung nur in Bezug auf die Haut. Aber zu heilende Beschwerden habe ich zum Glück auch nicht wirklich 😉 Jedenfalls haben wir einen kompletten, lang ersehnten Tag am Meer verbracht. Durch den Wind und durch einen von Georgiern zur Verfügung gestellten Sonnenschirm ließ sich die Sonne auch gut aushalten. Auch das Baden im Meer war sehr gemütlich, denn man konnte 100m ins Meer hineinlaufen und war dann erst mit dem Kopf unter Wasser. Herrlich!

Doch leider hat jede Medaille zwei Seiten… Denn ohne es zu merken, waren wir am Abend ganzkörperverbrannt. Das waren Schmerzen! Und diese Abdrücke… lieber gar nicht daran denken! Jedenfalls haben uns selbst die Georgier auf die rote Haut angesprochen. Zum Glück gab es in der Apotheke eine Sonnenbrand-Milderungs-Salbe, aber selbst diese konnte die Schmerzen kaum lindern. Da half nur noch eins: Einfach nicht mehr bewegen und an was Schönes denken 😉 Dies ging jedoch erst, nachdem wir auch unseren Hunger gestillt hatten. Und das war gar nicht so einfach. Schließlich war noch keine Saison und die Restaurants dementsprechend geschlossen. Es fuhren noch nicht einmal Taxis… Da die Welt in Georgien aber besonders klein ist, war es auch kaum verwunderlich, dass wir auf einen Georgier trafen, der in Germersheim wohnt. Dieser pendelt quasi zwischen Georgien und Deutschland –ein halbes Jahr hier, ein halbes Jahr dort. Und da Georgier besonders gastfreundlich und hilfsbereit sind, hat er unser Hungerproblem gelöst, indem er mit uns nett essen gegangen ist. Ein schöner Tag! (Mit einer Flasche Wein am Meer sitzen, hat nur leider nicht mehr geklappt. Dazu waren wir zu erschöpft und zu verbrannt. Aber der Sommer hat ja erst angefangen und Gelegenheit wird sich mit Sicherheit noch finden 😉 )

Am nächsten Morgen hatten wir leider keinen Grund mehr aufzustehen. Denn es stürmte ohne Ende. Wind, Regen, Wind, Regen… alles war dunkel, nach Tag sah es nicht mehr aus. So packten wir unsere sieben Sachen und fuhren mit der nächsten Marschrukta nach Batumi. Auch dieses Mal wollte uns der Marschrutkafahrer ein Zimmer vermitteln und ließ gar nicht mehr von uns ab. Nachdem er seine Fahrgäste ausgeladen hatte, ging die ewige Suche los. Bis wir dann endlich ein Zimmer gefunden hatten, wollte er uns noch eine Stadtführung geben. Eigentlich ganz nett, aber manchmal eben doch zu viel. Das haben wir dann dankend abgelehnt. Jedoch bestand er darauf, dass er uns am nächsten Tag zurück nach Tbilisi fährt, obwohl seine Fahrroute eigentlich Kutaissi-Batumi ist. Na ja, wenn er uns dann in Frieden lässt, dann sagen wir eben ja. So konnten wir losgehen und (ich bereits zum dritten Mal…) die Stadt erkundigen. Schwimmen war ja bei dem Wetter leider nicht drin. Komischerweise war ich nun zum dritten Mal in Batumi und habe erst an einem Tag die Sonne dort scheinen sehen. Ansonsten immer bewölktes und regnerisches Wetter. Allmählich verliere ich meinen Glauben an das traumhafte und vor allem an das subtropische Klima in Westgeorgien… Aber wir werden sehen, schließlich geht es im Juli noch einmal an die Schwarzmeerküste. In Batumi selbst hatten wir nicht viel gemacht. Das übliche Programm: Spazieren, essen, spazieren, essen gehen. Und am Abend ging es in strömendem Regen heiße Schokolade in einer netten Schallplattenbar trinken.

Am nächsten Tag hat es natürlich noch immer geregnet und der erhoffte Bademorgen war leider nicht drin. Eigentlich gar nicht so schlimm, da der Sonnenbrand noch immer schmerzte, dennoch wäre ein Abschluss am Strand krönend gewesen. So rief natürlich Dirma (der Marschrutkafahrer) bereits zum dritten Mal an, um ja sicher zu gehen, dass wir mit ihm fahren. Allmählich wurde uns die Geschichte schon sehr suspekt, zumal wir mit ihm allein in der Marschrutka fuhren. Zwar versuchte er hier und da noch weitere Fahrgäste einzuladen und fuhr deswegen eine völlig unlogische Strecke, aber wirklich voll wurde der Minibus erst gegen Ende der Fahrt –wohl ein Verlustgeschäft für den Armen. Da er sich zwischendurch mit Freunden über uns auf Russisch unterhielt, wussten wir gar nicht mehr was wir von der Sache halten sollten. Nach siebenstündiger (viel zu langer!!!) Fahrt sind wir deswegen gleich aus der Marschrutka raus und ins Taxi gehüpft. Nicht dass er noch etwas anderes mit uns vorhatte –na ja, immerhin ein kleiner Nervenkitzel, auch wenn dieser wahrscheinlich mehr paranoid als begründet war 😉

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