„Weime deda!“ -Kazbegi, die Zweite-

18. Juni 2011

Zwar war ich bereits direkt bei meiner Ankunft in Georgien auf einem Ausflug in Kazbegi, doch damals hatten wir lediglich am Fuße des Kazbegs, im Dorf Stepantsminda, ein Picknick gemacht. Da das Wetter damals so schlecht war, konnte man den Kazbeg, den zweithöchsten Berg Georgiens, leider nicht bestaunen. Und so bot es sich am Samstag an mit meinem Besuch aus Deutschland und Österreich einen Ausflug dort hinzumachen. Denn wo kann man einen schöneren Eindruck vom großen Kaukasus erhalten als nicht dort? Zuerst gibt es eine wunderschöne Fahrt durch die georgische Heerstraße, auf welche man zunächst einen traumhaften Ausblick auf einen großen Stausee in Ananuri gewinnt, um im Anschluss daran einen beeindruckenden Aussichtspunkt an einer Mosaikfestung in der Nähe von Gudauri zu genießen. Zwar konnten wir dies zunächst nur von der Marschrukta aus, auf dem Rückweg hielt jedoch das Taxi noch einmal an diesen schönen Stellen an. Doch allein schon die Fahrt über den Kreuzpass in den Bergen des Kaukasus ist ein reiner Augenschmauss!

In Stepantsminda (das ist der neue Name von Kazbegi) angelangt, ging unsere 6km-Wanderung zur Zminda Sameba, einer Kirche auf dem Berg mit unglaublichem landschaftlichen Ausblick, los. Um oben anzugelangen, gab es verschiedene Wege. Zunächst wählten wir den kürzesten und damit den steilsten Weg aus, was unsere Waden aber nur kurze Zeit mitmachten. Schließlich wechselten wir doch auf einen etwas längeren, dafür aber beinmuskelfreundlicheren Weg, der uns ebenfalls zum Ziel führte. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die wanderten. Jede Menge andere Leute versuchten sich am steilen Weg und man hörte aus allen Richtungen „weime deda!“, was so viel bedeutet wie „Meine Güte, Mama!“ – Jammer, Jammer. Natürlich zählte auch ich zum jammernden Wandervolk. Aber oben angelangt, lohnte sich all die Anstrengung, wie man an den Bildern erkennen kann. 🙂 Interessanterweise erlebten wir auf unserem Tagesausflug so ziemlich alle Wettermöglichkeiten im Wechsel: Sonne, Wolken, Regen, kalt, heiß, Wind und von vorne… Dementsprechend wussten wir auch gar nicht so recht, was tragen und was nicht und am Ende blieb eine knallrot verbrannte Nase und ein neuer, schrecklicher Sonnen(brand)abdruck an den Armen…

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Brigittchen
    Jul 05, 2011 @ 16:28:28

    In welcher Höhe liegen eigentlich diese Pässe? Außerdem würde mich als Alpinist auch interessieren, ob das Gebiet für Wanderer und Bergsteiger erschlossen ist oder ob man noch viel auf eigene Faust erkunden kannt?

    Antwort

    • sabrinawillreisen
      Jul 05, 2011 @ 23:56:51

      In dieser Gegend gehen die Berge bis 5000m in die Höhe, die Pässe liegen dann auf einer Höhe von ca. 2000 m. Wandern kann man in dieser Gegend sehr gut, da das Gebiet auch schon wandertechnisch gut erschlossen ist. Wer noch das Abenteuer und selbst Entdecken sucht, der sollte nach Tuschetien fahren, wo es noch höhergelegenere Pässe gibt und weder die Straßen noch Wanderwege ausgebaut, aber durchaus selbst zu finden und zu legen sind. Also bei einer Reise nach Georgien wünsche ich viel Spaß! Das Land ist ein schönes und optimales Wanderressort 🙂

      Antwort

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