13. – 16.08.2011 Sarajevo, Bosnien-Herzegowina

Wer glaubt in Istanbul treffen Ost und West aufeinander der hat noch nicht Sarajevo, die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas gesehen. Denn dort finden sich neben Moscheen orthodoxe und katholische Gotteshäuser sowie Synagogen, Tradition und Religion treffen Moderne und Multikulti. Kaum zu glauben, dass hier vor noch wenigen Jahren Krieg gewesen sein sollte. Die Stadt sprüht so viel Flair und Atmosphäre aus, dass man sich direkt wohlfühlt. Doch die Spuren des Krieges sind noch deutlich erkennbar: Kaum ein Haus ist nicht von Einschusslöchern gekennzeichnet. Man kann nur ahnen, was hier vorgegangen sein musste…

Umso froher und erleichterter kann man sein, dass die Gegenwart voller Blüte zu sein scheint. Die Altstadt bzw. das türkische Viertel bietet neben unzähligen Moscheen auch Einkaufsmöglichkeiten für einen jeden Touristen. Besonders begehrenswert sind bosnische Kaffeesets. Denn eins ist klar: Wer einmal bosnischen Kaffee probiert hat der möchte nichts anderes mehr trinken und braucht sofort das notwendige Zubereitungsset –so auch meiner einer 😉

Den krönenden Abschluss findet ein jeder Stadtspaziergang durch Sarajevo mit dem Anblick des Sonnenuntergangs über die Stadt von der Gelben Bastion aus. Von dort aus hat man einen unvergleichlichen und vor allem unvergesslichen Blick auf die wunderschöne Stadt, die sich am Abend in rot- und lila-Tönen badet. Wer einmal in Tiflis war, wird durch die Umringung Sarajevos von Bergen direkt an die georgische Hauptstadt erinnert. Doch im Gegensatz zu Tiflis herrscht in Sarajevo kein totales Chaos, sondern viel Ruhe und Stille, die man gerne genießt.

Doch leider, leider ist Sarajevo in der touristischen Vollblüte, wodurch zum einen Hostels teurer sind als Guesthäuser und zum anderen die „Fremden“ gerne ausgeraubt oder in Bahnen als einzige kontrolliert werden. Das Ausrauben passierte zwar nicht uns, aber bei einem australischem Pärchen wurde es versucht. Dafür wurden wir in der Bahn mit je 15 € bestraft. Und das völlig zu Unrecht! Denn wer weiß schon, dass man ein Ticket nochmal entwerten muss, wenn man es beim Fahrer gekauft hat? Die Einheimischen wurden nicht kontrolliert, stattdessen durften wir trotz gültigem Ticket aussteigen, uns Polizei bei Nichtbezahlen androhen und damit kurz den Tag versauen lassen… Na ja, beim nächsten Mal immer darauf achten, ob man zusätzlich entwerten muss oder nicht. Ts!

Während das nicht so toll war, hatten wir umso mehr Glück mit unserem mehr als empfehlenswerten Guesthouse bei „Mickey Meister“ (eine vom Guesthouse-Führer selbst verliehene Betitelung…). Dieser war unglaublich herzlich, gastfreundlich, zuvorkommen, aber vor allem gechillt und bei einem ausgebuchten Guesthouse zwar ruhig, aber gänzlich überfordert und vergesslich. Doch genau das hat ihn und seine Familie so liebenswert gemacht. Sie versuchen sich für einen jeden so viel Zeit wie möglich zu nehmen und einem alles zu sagen oder gar zu zeigen, was man möchte. So wurde für uns bosnisches Essen gemacht (umsonst!), lecker Frühstück zubereitet, jede Menge bosnischer Kaffee in uns geschüttet, Sehenswürdigkeiten empfohlen oder gar gezeigt, zusammen ein bosnisches Kaffeeset günstiger (da Kontakte) gekauft und schließlich noch zum Bahnhof gebracht.

Doch damit wir bei 35°C nicht nur in der Stadt versauern, ging es für einen Tag auch mal in die Natur. Nämlich an den höchsten Wasserfall Europas, dem Skakavac mit einer Fallhöhe von 98m. Dorthin zu gelangen ist aber gar nicht so einfach. Denn hierzu muss man zunächst in ein Nachbardörfchen fahren, um dann 4km laufen zu dürfen. Leider wurde uns nicht mitgeteilt, dass die 4km nur bergauf in prallem Sonnenschein sein würden. Aber was soll`s. Wenn man es sich vorgenommen hat, dann zieht man die Wanderung auch durch. Nur leider, leider kamen nach vier wirklich mehr als anstrengenden Kilometern noch ein Schild mit der Aufschrift von weiteren 4 km. Was für ein Kraus! Aber man muss sagen: Die Anstrengung hat sich mehr als gelohnt! Ein solch schöner und gleichzeitig erfrischender Ausblick in Mitten von unberührter Natur, das einem gleich ein Gefühl von Abenteuer verleiht –insbesondere durch die nicht immer vorhandenen oder gekennzeichneten Wegen. Und als Belohnung gab es zwei Tage Muskelkater, aber damit auch mittlerweile etwas mehr Muskeln 😉

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